Nach einer langen Phase hoher Zinsen zeichnet sich im Euroraum eine Stabilisierung und teilweise Entspannung der Geldpolitik ab. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bereits mehrere Zinssenkungen in 2025 vorgenommen und die Inflation liegt inzwischen am Zielwert von 2 % (in Deutschland im Dezember sogar bei 1,8 %), sodass wieder Zinssekungsphantasien aufkommen. Diese Entwicklung beeinflusst das Kundenverhalten und eröffnet Kreditvermittlern und Finanzierungsspezialisten echte Wachstumschancen.
Mehr Nachfrage durch verbesserte Leistbarkeit
Sinkende Zinsen wirken unmittelbar auf die monatliche Belastung von Kreditnehmern. Bereits geringe Zinsanpassungen können die Rate spürbar senken oder den maximal finanzierbaren Betrag erhöhen. Für viele Kunden wird eine Finanzierung damit wieder realistisch, die zuvor aufgeschoben oder verworfen wurde.
Die EZB hat im Juni 2025 letztmalig ihre Leitzinsen gesenkt (2,15 %), darunter u. a. den Einlagenzins und Hauptrefinanzierungszins, um auf die sich abschwächende Inflation zu reagieren. Diese Entscheidung hat das Zinsniveau stabilisiert und noch nicht abgesenkt.
Stabilisierte Inflation – Grundlage für Zinspolitik
Ein zentraler Grund für die jüngsten und erwarteten Anpassungen der Geldpolitik ist der Rückgang der Inflation in der Eurozone. Im Dezember 2025 sank die Inflationsrate auf rund 2 %, was dem offiziellen Ziel der EZB entspricht.
Dieser Rückgang unterstützt die Einschätzung, dass sich die Zinsen auf einem moderateren Niveau stabilisieren könnten, auch wenn weitere Senkungen nicht garantiert sind.
Prognosen und Erwartungen für 2026
Die aktuellen Prognosen zur Zinspolitik und Inflation zeigen, dass die EZB die Zinsen derzeit nicht weiter anhebt, aber auch keine starken sofortigen Senkungen signalisiert. Viele Analysten gehen davon aus, dass der Leitzins bis mindestens Ende 2026 auf dem aktuellen Niveau bleiben könnte.
Auch offizielle EZB-Projektionen erwarten, dass die Inflation nach dem Rückgang im Jahr 2025 für 2026 niedriger ausfallen könnte, was theoretisch Raum für weitere Zinssenkungen schaffen würde – je nach Datenlage.
Umschuldungen und Refinanzierungen gewinnen an Bedeutung
Ein weiterer Effekt des gesunkenen und stabileren Zinsniveaus ist die erhöhte Attraktivität von Umschuldungen. Kunden mit bestehenden Krediten prüfen aktiv, ob sich bessere Konditionen realisieren lassen – sei es durch einen Bankwechsel, eine vorzeitige Ablösung oder eine Neuaufstellung der Finanzierung. Für Vermittler ist das eine wichtige Umsatzquelle neben Neufinanzierungen.
Höhere Abschlussquoten durch bessere Genehmigungschancen
In Hochzinsphasen scheitern Finanzierungen häufig an der Tragbarkeit. Ein stabiles Zinsniveau verbessert diese Ausgangslage deutlich: Haushaltsrechnungen werden besser kalkulierbar und die Genehmigungsquote steigt. Für Finanzierungsspezialisten heißt das: mehr Zusagen bei gleichbleibendem Beratungsaufwand.
Größere Volumina und steigender Beratungsbedarf
Niedrigere Zinsen ermöglichen nicht nur mehr Abschlüsse, sondern oft auch höhere Finanzierungsvolumina. Gleichzeitig steigt die Komplexität der Entscheidung für Kunden: Fragen zur Laufzeit, monatlicher Rate und den geplanten Finanzierungsvorhaben gewinnen an Bedeutung – und damit die Rolle des Beraters.
Fazit: Ein günstiges Marktumfeld – mit klaren Gewinnern
Die aktuelle Zinsentwicklung im Euroraum schafft ein Umfeld, in dem Kreditvermittler und Finanzierungsspezialisten strukturell profitieren können:
✔ Die Nachfrage ist vorhanden.
✔ Die Wahrscheinlichkeit für Genehmigungen steigt.
✔ Umschuldungen und neue Finanzierungsvorhaben eröffnen zusätzliche Umsatzchancen.
✔ Die Rolle des Beraters wird wieder zentraler im Entscheidungsprozess.
Entscheidend ist, diese Entwicklung aktiv zu nutzen – durch gezielte Kundenansprache, fundierte Vergleiche und klare Positionierung als Finanzierungsspezialist.
Quellen & weiterführende Daten
EZB hat 2025 Leitzinsen gesenkt, um auf die inflationäre Entwicklung zu reagieren – European Central Bank
Eurozone-Inflation sinkt auf ca. 2 % – ein Faktor für die Stabilisierung des Zinsniveaus – Financial Times
Analysten erwarten stabile Zinsen bis Ende 2026 – der Markt preist kaum starke Veränderungen ein – kostenlos.com
EZB-Projektionen: Inflationsausblick 2025–2027 deutet auf moderates Umfeld hin – European Central Bank



