Procheck24

Girokonto

EC=kompliziert²: Kar­ten­zah­lung bald ein biss­chen umständlicher

Kar­te ein­ste­cken, PIN ein­ge­ben oder unter­schrei­ben, fer­tig: Mit der Bank­kar­te an der Laden­kas­se zu bezah­len ist denk­bar ein­fach. Doch war­um ein­fach, wenn es auch kom­pli­ziert geht? Eine neue EU-Ver­ord­nung regelt die Kar­ten­zah­lung neu – mit über­schau­ba­ren Vor­tei­len für den Kunden.

Der Wagen ist voll­ge­tankt, der Fah­rer zückt an der Tank­stel­len­kas­se sei­ne Kar­te, da wird er plötz­lich vom Ter­mi­nal gefragt, wie sei­ne Zah­lung abge­rech­net wer­den soll – über Giro­card oder Maes­tro, alter­na­tiv auch V Pay. Bis­lang begeg­nen Ver­brau­cher die­sem unge­wohn­ten Pro­zess fast aus­schließ­lich an Esso-Tank­stel­len, bald wird er aber auch im Han­del gang und gäbe sein. Was steckt dahinter?

Eine Kar­te, zwei Bezahlsysteme

Was vie­len Ver­brau­chern bis­lang nicht bekannt ist: Ihre Bank­kar­te, deren offi­zi­el­ler Name seit 2007 Giro­card lau­tet, ist in der Regel mit zwei Zahl­sys­te­men aus­ge­stat­tet. Neben der gleich­na­mi­gen Bezahl­funk­ti­on der deut­schen Kre­dit­wirt­schaft ist je nach Kar­te und Bank zusätz­lich das Bezahl­sys­tem der Kre­dit­kar­ten­an­bie­ter Mas­ter­card oder Visa inte­griert. Deren Zahl­funk­tio­nen Maes­tro und V Pay unter­schei­den sich vom Giro­card-Sys­tem in ihrer Akzep­tanz – wäh­rend Zah­lun­gen über Giro­card nur in Deutsch­land mög­lich sind, ist eine Bezah­lung mit V Pay euro­pa­weit, eine Bezah­lung mit Maes­tro sogar rund um den Glo­bus mög­lich. Kurz­um: Durch die zusätz­li­che Aus­rüs­tung der Bank­kar­te mit Maes­tro oder V Pay soll dem Kun­den der Ein­satz der­sel­ben im Aus­land ermög­licht werden.

Was einst fürs Aus­land gedacht war, soll nach einer Vor­ga­be der Euro­päi­schen Uni­on (EU) jetzt auch in Deutsch­land ein­setz­bar sein. Durch die neue EU-Ver­ord­nung über Inter­ban­ken­ent­gel­te für kar­ten­ge­bun­de­ne Zah­lungs­vor­gän­ge kön­nen, oder bes­ser müs­sen, sich Ver­brau­cher künf­tig bei jeder Zah­lung ent­schei­den, über wel­che der genann­ten Zahl­sys­te­me ihr Kauf abge­wi­ckelt wer­den soll – müs­sen des­halb, weil die Neue­rung für sie zunächst kei­ne Vor­tei­le mit sich bringt.

Für Händ­ler ein Fluch, für Kre­dit­kar­ten­an­bie­ter ein Segen

Einen Vor­teil hat die Aus­wahl nur für Mas­ter­card und Visa, die nun auch an den Bezah­lun­gen mit der Bank­kar­te mit­ver­die­nen kön­nen – für die Geschäf­te ein kla­rer Nach­teil, da eine Zah­lung via Maes­tro oder V Pay für sie laut einem Online-Arti­kel der Süd­deut­schen Zei­tung teu­rer kom­me als eine über Giro­card. Für den Tank­stel­len­be­trei­ber Esso sei die­ser Umstand sogar Grund genug, die Kun­den aktiv um die Bezah­lung mit der Giro­card zu bitten.

Ver­brau­cher müs­sen indes kei­ne Kos­ten befürch­ten, wenn sie sich für Maes­tro oder V Pay ent­schei­den. Für sie hat die zusätz­li­che Ein­ga­be beim Bezah­len allen­falls län­ge­re War­te­zei­ten an der Super­markt­kas­se zur Fol­ge. Attrak­tiv könn­te es für sie aber wer­den, wenn die Kre­dit­kar­ten­an­bie­ter die Nut­zung ihrer Diens­te mit Gewinn­spie­len und Bonus­punk­te­pro­gram­men forcieren.

All­mäh­li­che Umrüs­tung der Kas­sen­sys­te­me anvisiert

Obwohl die neue Ver­ord­nung bereits seit Juni in Kraft ist, haben nur die wenigs­ten Geschäf­te ihre Kas­sen­sys­te­me umge­rüs­tet. Das holen sie in den kom­men­den Wochen nach. Nach Ein­schät­zung Ulrich Bin­ne­bö­ßels vom Han­dels­ver­band Deutsch­land wird der Han­del dem­nächst damit begin­nen, 800.000 Kas­sen­sys­te­me umzu­stel­len, wie der Ver­bands­ver­tre­ter gegen­über der Süd­deut­schen Zei­tung erklärt. Das kön­ne jedoch bis weit ins nächs­te Jahr hin­ein dau­ern. Und nicht nur an der Laden­kas­se wer­den Ver­brau­cher künf­tig nach ihrem bevor­zug­ten Zahl­sys­tem gefragt – auch Auto­ma­ten, an denen eine Kar­ten­zah­lung mög­lich ist, wer­den in den kom­men­den Wochen ent­spre­chend umgerüstet.

Mit Raten­kre­dit statt Dis­po meh­re­re Hun­dert Euro sparen

Hat einer Ihrer Kun­den seit Län­ge­rem ein dickes Minus auf dem Giro­kon­to? In dem Fall kann sich ein Raten­kre­dit loh­nen. Denn die Kre­dit­zin­sen sind im Durch­schnitt wesent­lich nied­ri­ger als die Dis­po­zin­sen – ein Rechenbeispiel.

Wenn Bank­kun­den ihren Kon­to­stand ins Minus rut­schen las­sen, müs­sen sie dafür durch­schnitt­lich 9,91 Pro­zent an Dis­po­zin­sen bezah­len. Das hat die Stif­tung Waren­test bei einer Erhe­bung der Zins­sät­ze von 1.433 Ban­ken, Spar­kas­sen und Genos­sen­schafts­ban­ken ermit­telt. Im Ver­gleich zum Vor­jahr sind die Dis­po­zin­sen zwar um 0,34 Pro­zent­punk­te gesun­ken. Wer über län­ge­re Zeit einen Fehl­be­trag auf dem Giro­kon­to hat, für den kann dies aber nach wie vor teu­er wer­den. Das zeigt eine Modell­rech­nung des Ver­gleichs­por­tals CHECK24. Kern­er­geb­nis: Gleicht ein Ver­brau­cher ein Minus von 3.000 auf dem Kon­to mit einem zins­güns­ti­gen Raten­kre­dit aus, kann er mehr als 300 Euro sparen.

Wer über CHECK24 einen Raten­kre­dit auf­nahm, zahl­te für Beträ­ge von 1.000 bis 5.000 Euro zuletzt durch­schnitt­lich einen effek­ti­ven Jah­res­zins von 2,65 Pro­zent.* Gegen­über dem durch­schnitt­li­chen Dis­po­zins sind das um 73 Pro­zent güns­ti­ge­re Zin­sen. Ein Raten­kre­dit von 3.000 Euro, den ein Ver­brau­cher über 36 Mona­te zurück­zahlt, kos­tet ihn bei die­sem Durch­schnitts­zins­satz 122,64 Euro.

Wer hin­ge­gen einen Minus­be­trag von 3.000 Euro auf sei­nem Giro­kon­to über den­sel­ben Zeit­raum in gleich­blei­ben­den monat­li­chen Raten tilgt, der muss ins­ge­samt 458,88 Euro an Zin­sen an die Bank zah­len. Mit dem Raten­kre­dit könn­te er folg­lich 336,24 Euro spa­ren. Die Rück­zah­lung des Dis­po in fixen monat­li­chen Raten ist zwar unüb­lich, wur­de in dem Rechen­bei­spiel aller­dings für eine bes­se­re Ver­gleich­bar­keit vorausgesetzt.

Dis­po: bequem, aber nur für kurz­fris­ti­ge Eng­päs­se ratsam

Den Dis­po­kre­dit zu nut­zen ist für Ver­brau­cher bequem: Bei einem finan­zi­el­len Eng­pass kön­nen sie ohne zeit­li­chen Vor­lauf mehr Geld aus­ge­ben, als sie Gut­ha­ben besit­zen. Aller­dings soll­ten Bank­kun­den von die­ser Mög­lich­keit nur kurz­fris­tig Gebrauch machen, wie die Finanz­auf­sicht Bafin und das Bun­des­ver­brau­cher­schutz­mi­nis­te­ri­um raten. Andern­falls wer­de die Gefahr immer grö­ßer, dass sie nur noch schwer wie­der aus dem Minus her­aus­kom­men. Wer einen höhe­ren Geld­be­trag benö­tigt, den er nicht in Kür­ze zurück­zah­len kann, der soll laut Bafin eher einen Raten­kre­dit aufnehmen.

Die Ver­brau­cher­schüt­zer der Stif­tung Waren­test stell­ten bei ihrer Unter­su­chung fest, dass Bank­kun­den auch bei Kon­ten mit ver­gleichs­wei­se nied­ri­gen Dis­po­zins­sät­zen genau hin­se­hen soll­ten. Immer mehr Ban­ken böten soge­nann­te Pre­mi­um­kon­ten mit zwar güns­ti­gen Dis­po­zin­sen, aber hohen Gebüh­ren an. Man­geln­de Trans­pa­renz fiel den Tes­tern eben­falls auf. Ban­ken müs­sen seit März 2016 auf ihrer Inter­net­sei­te ver­ständ­lich die Höhe der Dis­po­zin­sen ange­ben. Beim Start der Unter­su­chung fehl­te die­se Anga­be gleich­wohl bei 129 Ban­ken. Und 29 wei­te­re tra­fen unkla­re Aus­sa­gen, gaben bei­spiels­wei­se nur einen Refe­renz­z­ins­satz an, nach dem sich die Dis­po­zin­sen richten.

 

* Für die Berech­nung hat CHECK24 die über das Ver­gleichs­por­tal die von April 2015 bis März 2016 abge­schlos­se­nen Raten­kre­di­te mit Kre­dit­sum­men von 1.000 bis 5.000 Euro und einer Lauf­zeit von 36 Mona­ten aus­ge­wer­tet, bei denen ein ein­zel­ner Kre­dit­neh­mer den Ver­wen­dungs­zweck „Aus­gleich Dis­po“ oder „freie Ver­wen­dung“ angab. Für all die­se Kre­di­te wur­de ein Durch­schnitts­zins­satz aus­ge­rech­net. Auf die­sem Durch­schnitts­zins von 2,65 % eff. p.a. beruht das Rechen­bei­spiel für einen Kre­dit über 3.000 Euro.

Gebüh­ren­är­ger ver­mei­den: So wird das Giro­kon­to günstiger

Mil­lio­nen Post­bank-Kun­den zah­len ab Novem­ber erst­mals eine Grund­ge­bühr für ihr Giro­kon­to. Doch auch zahl­rei­che ande­re Fili­al­ban­ken bit­ten ihre Kun­den zur Kas­se. Wir ver­ra­ten, wie Sie Ihrem Kun­den zu einem güns­ti­ge­ren Kon­to verhelfen.

Ab Novem­ber ver­langt die Post­bank von all ihren Kun­den eine monat­li­che Grund­ge­bühr von 3,90 Euro für das ein­fachs­te Kon­to­mo­dell, das Giro plus. Das macht aufs Jahr gerech­net rund 47 Euro. Die Post­bank ist jedoch bei wei­tem nicht die ein­zi­ge Bank, die von ihren Kun­den ein monat­li­ches Ent­gelt für die Kon­to­füh­rung ver­langt. Vor allem bei Fili­al­ban­ken ist eine Grund­ge­bühr gang und gäbe:

  • Die Ham­bur­ger Spar­kas­se ver­langt aktu­ell 2,95 Euro pro Monat für ihr Giro­kon­to klas­sisch – im Okto­ber steigt die­ser Betrag um einen Euro.
  • Bei der Ber­li­ner Volks­bank zah­len Ver­brau­cher bis zu 6,00 Euro für das VR-Pri­vat­Gi­ro Aktiv. Bei einem monat­li­chen Geld­ein­gang von min­des­tens 1.250 Euro ver­rin­gert sich die Gebühr um 4,00 Euro. Wer zusätz­lich Mit­glied der Volks­bank ist, erhält das Kon­to gratis.
  • Die Deut­sche Bank ver­langt ein Grund­ent­gelt von 4,99 Euro pro Monat für ihr db AktivKonto.

 

Bis zu 72 Euro müs­sen Ver­brau­cher bei den größ­ten Fili­al­ban­ken Deutsch­lands also an Grund­ge­büh­ren für die jeweils ein­fachs­ten Kon­to­mo­del­le bezah­len. Doch damit nicht genug.

Zusatz­kos­ten für Über­wei­sun­gen, Dau­er­auf­trä­ge und Kreditkarten

Neben den Grund­kos­ten fürs Giro­kon­to zah­len Ver­brau­cher oft­mals für Ein­zel­leis­tun­gen eine sepa­ra­te Gebühr. So sind beim klas­si­schen Kon­to der Ham­bur­ger Spar­kas­se Über­wei­sun­gen grund­sätz­lich kos­ten­pflich­tig. Für jede Papier­über­wei­sung ver­langt die nach Bilanz­sum­me größ­te Spar­kas­se Deutsch­lands ein Ent­gelt von 40 Cent – ab Okto­ber sogar einen Euro. Kun­den, die ihre Über­wei­sun­gen online erle­di­gen, zah­len dafür je fünf Cent. Bei der Post­bank, der Ber­li­ner Volks­bank und der Deut­schen Bank sind Online-Über­wei­sun­gen zwar kos­ten­frei, dafür aber Beleg­über­wei­sun­gen mit 99 Cent, einem Euro respek­ti­ve 1,50 Euro umso teurer.

Auch für sons­ti­ge Buchun­gen wird zum Teil ein Ent­gelt fäl­lig. Die Ham­bur­ger Spar­kas­se berech­net für jede Gut­schrift oder Last­schrift, die im Auf­trag oder Inter­es­se des Kun­den erfolgt, 40 Cent – pro Monat sind jedoch fünf Buchun­gen kos­ten­frei. Sogar das Ein­rich­ten, Ändern oder Löschen eines Dau­er­auf­tra­ges kos­tet Kon­to­in­ha­ber zuwei­len extra – so etwa bei der Ber­li­ner Volks­bank, die hier­für einen Euro verlangt.

Zusätz­li­che Kos­ten ent­ste­hen in der Regel auch durch die zum Kon­to gehö­ri­ge Kre­dit­kar­te. Die Deut­sche Bank ist hier Spit­zen­rei­ter: Sie ver­langt pro Jahr eine Gebühr von 39 Euro für die ein­fachs­te Kre­dit­kar­te. Kun­den, die damit im Aus­lands­ur­laub Geld abhe­ben oder an der Laden­kas­se bezah­len, müs­sen mit wei­te­ren Kos­ten rech­nen. Selbst im Inland kön­nen sie Bar­geld­ab­he­bun­gen schon teu­er zu ste­hen kom­men: Wer am Fremd­au­to­ma­ten Geld besorgt, zahlt dort ent­we­der das direkt erho­be­ne Ent­gelt oder aber die Haus­bank stellt die Abhe­bung in Rech­nung. Das kön­nen schnell eini­ge Euro sein – bei der Ber­li­ner Volks­bank etwa min­des­tens 7,50 Euro je Aus­zah­lung mit Giro­card oder Kreditkarte.

All die­se Pos­ten zusam­men­ge­nom­men, errei­chen die Aus­ga­ben für das Giro­kon­to schnell einen drei­stel­li­gen Betrag pro Jahr. Bleibt die Fra­ge, wie das Giro­kon­to für Ver­brau­cher güns­ti­ger wird.

3 Mög­lich­kei­ten, die Kos­ten für das Giro­kon­to zu verringern

  1. Online statt off­line überweisen

    An den hohen Gebüh­ren für beleg­haf­te Über­wei­sun­gen zeigt sich bereits: Wer auf Online-Über­wei­sun­gen umsteigt, spart Geld. Schon bei zwei Über­wei­sun­gen im Monat bringt das bei der teu­ers­ten Bank – der Deut­schen Bank – eine Erspar­nis von 36 Euro im Jahr. 

  2. Alter­na­ti­ve Kon­to­mo­del­le in Betracht ziehen
  3. Neben den ein­fa­chen Kon­ten haben Fili­al­ban­ken oft­mals auch Kom­fort- oder Pre­mi­um­kon­ten im Reper­toire. Die­se sind zwar in punc­to Grund­ge­bühr teu­rer, dafür ent­fal­len aber meist Ein­zel­pos­ten für Über­wei­sun­gen. Ob sich ein sol­ches Kon­to ren­tiert, ist von Fall zu Fall abzu­wä­gen. Mit­un­ter lohnt sich ein ande­res Kon­to­mo­dell bei der glei­chen Bank näm­lich nur, wenn der Kun­de vie­le Über­wei­sun­gen per Beleg tätigt. Denn Kre­dit­kar­ten, Abhe­bun­gen an Fremd­au­to­ma­ten und der Ein­satz der Kre­dit­kar­te im Aus­land blei­ben in der Regel kostenpflichtig.

  4. Von der Filia­le ins Inter­net: Zur Direkt­bank wechseln
    Kei­ne Grund­ge­bühr, kos­ten­lo­se Über­wei­sun­gen, kei­ne Bereit­stel­lungs­ge­bühr für die Kre­dit­kar­te und sogar eine – bei Fili­al­ban­ken meist kos­ten­pflich­ti­ge – Part­ner-Giro­card inklu­si­ve: Vor allem bei Direkt­ban­ken wie der DKB sind die grund­le­gen­den Leis­tun­gen rund ums Giro­kon­to kos­ten­los. Ein­zig für bar­geld­lo­se Zah­lun­gen außer­halb der Euro­päi­schen Uni­on ver­langt sie ein Ent­gelt. Damit zeigt sich: Gera­de auf­grund der vie­len Ein­zel­pos­ten, die Fili­al­ban­ken berech­nen, kann sich ein Wech­sel zur Online-Bank bezahlt machen. Vor allem bei inten­si­ver Nut­zung ver­spricht das eine deut­li­che Ersparnis. 

Fürs Post­bank-Giro­kon­to zah­len die meis­ten Kun­den bald Gebühren

Schluss mit der Gra­tis-Men­ta­li­tät: Die­se Devi­se hat die Post­bank jetzt beim Giro­kon­to aus­ge­ru­fen. Das Giro plus kos­tet ab Novem­ber 3,90 Euro im Monat – eine Reak­ti­on auf die Ver­än­de­run­gen am Markt. 

Eine seit Län­ge­rem andau­ern­de Nied­rig­zins­pha­se, gleich­zei­tig Inves­ti­tio­nen in die Digi­ta­li­sie­rung: Die deut­schen Ban­ken fürch­ten seit eini­ger Zeit sin­ken­de Gewin­ne. Zum Teil ver­su­chen sie durch Fili­al­schlie­ßun­gen Geld zu spa­ren, zum Teil zusätz­li­che Ein­nah­men etwa durch neue Gebüh­ren zu erzie­len. Letz­te­res nimmt jetzt auch die Post­bank in Angriff. Ab Novem­ber gilt dort ein neu­es Kon­ten- und Gebüh­ren­mo­dell. Die meis­ten Kun­den wer­den für ihr Giro­kon­to künf­tig Geld bezah­len müssen.

Das Giro plus der Post­bank ist bis­her für alle Kun­den kos­ten­los, die jeden Monat min­des­tens einen Geld­ein­gang von 1.000 Euro ver­bu­chen kön­nen. Künf­tig wer­den dafür monat­lich 3,90 Euro fäl­lig. Das Giro plus ist das Stan­dard-Kon­to der Post­bank, bei dem der Kun­de tele­fo­nisch, online oder in der Filia­le auf sein Kon­to zugrei­fen kann. Güns­ti­ger wird das Kon­to für Kun­den, bei denen monat­lich weni­ger als 1.000 Euro ein­ge­hen. Sie zahl­ten bis­her 5,90 Euro im Monat, für alle ande­ren war das Kon­to kostenlos.

Wer sei­ne Bank­ge­schäf­te ohne­hin meis­tens mit Com­pu­ter-gestütz­tem Tele­fon­ban­king oder im Inter­net abwi­ckelt, für den bie­tet sich als Alter­na­ti­ve das neue Giro direkt an, das die Post­bank zum Novem­ber ein­führt. Der Kun­de zahlt 1,90 Euro im Monat. Zusatz­leis­tun­gen wie das Aus­zah­len von Bar­geld am Schal­ter lässt sich die Post­bank mit 1,50 Euro pro Vor­gang bezahlen.

Ganz ohne Gebüh­ren kön­nen Post­bank-Kun­den mit hohem Ein­kom­men davon­kom­men: Wer das Giro extra plus nutzt und min­des­tens 3.000 Euro im Monat an Zah­lun­gen erhält, der bezahlt nichts für die Kon­to­füh­rung. Bei nied­ri­ge­rem Geld­ein­gang wer­den 9,90 Euro im Monat fäl­lig. Dafür erhält der Kun­de zu die­sem „Kom­fort-Kon­to“ Leis­tun­gen wie ein kos­ten­lo­ses Wert­pa­pier-Depot. Kos­ten­los ist die Kon­to­füh­rung wei­ter­hin für Inha­ber eines Giro start direkt bis zum Alter von 22 Jahren.

Finanz­pro­duk­te im Netz: Kun­den spa­ren sich den Gang zur Bank

Kre­dit bean­tra­gen, Giro­kon­to eröff­nen, Geld anle­gen – fast jedes Finanz­pro­dukt lässt sich mitt­ler­wei­le bequem über das Inter­net abschlie­ßen. Ein Vor­teil, den immer mehr Ver­brau­cher für sich zu nut­zen wissen. 

Nur jeder vier­zehn­te Inter­net­nut­zer hat bereits einen Kre­dit über das Inter­net bean­tragt – doch der Anteil könn­te in Zukunft deut­lich stei­gen. Eine aktu­el­le Umfra­ge des Digi­tal­ver­ban­des Bit­kom zeigt: Die Bereit­schaft zum Kre­dit­ab­schluss im Netz ist groß.

Laut Stu­die kann sich jeder vier­te der rund 1.000 befrag­ten Inter­net­nut­zer vor­stel­len, ein Dar­le­hen der Schnel­lig­keit und des Kom­forts wegen über das Inter­net auf­zu­neh­men, statt dafür extra eine Filia­le auf­zu­su­chen. Die oft­mals güns­ti­ge­ren Kon­di­tio­nen sind für vie­le ein zusätz­li­cher Grund, dem World Wide Web den Vor­zug zu geben.

Auch bei ande­ren Finanz­pro­duk­ten macht sich die Digi­ta­li­sie­rung immer stär­ker bemerk­bar. So hat inzwi­schen jeder fünf­te Inter­net­nut­zer schon ein­mal ein Kon­to online eröff­net. Jeder vier­te kann sich vor­stel­len, dies in Zukunft zu tun. Was die Anla­ge der eige­nen Erspar­nis­se sowie die Finanz­be­ra­tung im Inter­net anbe­langt, sind die Erfah­run­gen deut­scher Ver­brau­cher noch über­schau­bar. Doch auch hier ist die Bereit­schaft durch­aus vorhanden.

Trotz ein­fa­cher Online-Lösun­gen: Ver­brau­cher fürch­ten den Kontowechsel

Spar­kas­sen und Volks­ban­ken, Com­merz­bank und Com­di­rect, Post­bank und Hypo­Ver­eins­bank: Die Lis­te von Finanz­in­sti­tu­ten, die die Kos­ten ihrer Giro­kon­ten erhö­hen, wird ste­tig län­ger. Für Ver­brau­cher ist es daher aktu­ell wich­ti­ger denn je, ihr Kon­to recht­zei­tig zu wech­seln, um Gebüh­ren lang­fris­tig zu umge­hen. Die Bit­kom-Stu­die zeigt jedoch: Vie­le Kon­to­in­ha­ber trau­en sich einen Wech­sel nicht zu. So hat bis­lang nur etwa jeder vier­te sein altes Kon­to gegen ein neu­es getauscht – knapp die Hälf­te von ihnen über das Internet.

Damit blei­ben jedoch gut drei Vier­tel, die sich an den Giro­kon­to­wech­sel noch nicht her­an­ge­traut haben – und das nicht immer, weil sie mit ihrer jet­zi­gen Bank zufrie­den sind. Für vie­le stellt viel­mehr die Unsi­cher­heit ein Hin­der­nis dar: So fürch­ten 67 Pro­zent der Nicht-Wechs­ler den Auf­wand. Wei­te­re fünf Pro­zent wis­sen gar nicht, wie der Kon­to­wech­sel vonstattengeht.